Slow-Baking: Aus der Apfeltasche geplaudert



08/26/2010: Sie verwenden uralte Rezepte - sind aber keineswegs altmodisch: die Mitarbeiter von "Seidels Klosterbäckerei". Als erster und bisher einziger Bäcker Mitteldeutschlands darf sich das in Leisnig ansässige Familienunternehmen seit fast einem Jahr mit dem Titel "Slowbaker" schmücken. Zur LE GOURMET präsentieren die Seidels ihr breites Sortiment an Backwaren: verschiedene Brotsorten, Apfeltaschen, Rosinenschnecken, Obstkuchen, Eierschecke, Sahnecremetorten… "alles konsequent aus natürlichen Produkten hergestellt", betont Monika Seidel.

"Slow-Baking stammt zwar aus der Slow-Food-Bewegung, bedeutet aber nicht, dass wir langsamer backen", erläutert die Inhaberin der Klosterbäckerei. "Vielmehr geben wir den Teigen mehr Zeit zum Reifen. Unsere hausgemachten Vorteige liegen zehn bis 16 Stunden bis zur Weiterverarbeitung. Darüber hinaus heißt Slow-Baking, auf Backmittel, Farbstoffe oder Aromen zu verzichten. Wir bereiten alle Zutaten selbst zu und verwenden keine chemisch erzeugten Produkte." So wird beispielsweise der Pudding für Kuchen oder Plundergebäck aus Maisstärke, frischer Milch, Weizenstärke, Butter und ausgeschabten Vanilleschoten hergestellt. Selbst bei als unbedenklich eingestuften E-Nummern ist man zu keinerlei Kompromissen bereit: "Wir prüfen eingehend die Inhaltsstoffe unserer Partner. Ist auch nur ein E-Stoff enthalten, erteilen wir eine Absage", so die Slow-Bakerin.



Bevor die Klosterbäckerei, die ihre Produkte über fünf Filialen (Leipzig, Taucha, Nossen, Wurzen, Großsteinbach bei Döbeln) sowie neun Verkaufswagen vertreibt, ihren Platz unter den 33 vollzertifizierten Slow-Bakern in Deutschland einnehmen konnte, mussten die drei Bäckermeister und zehn Bäcker ihren Beruf noch einmal komplett neu lernen. Die Rezepte entstammen alten Backbüchern und Familienüberlieferungen sowie dem Jahrhunderte alten Erfahrungsschatz von Klöstern. "Die Produkte, mit denen sich der Mensch seit 2.000 Jahren ernährt, sind auch jene, die wir am besten vertragen", ist Monika Seidel überzeugt. "Natürlich achten wir darauf, dass unsere Backwaren den aktuellen Ernährungsgewohnheiten entsprechen. So verwenden wir als natürlichen Geschmacksverstärker zwar Butter statt Margarine - aber nur so viel wie nötig", betont sie.

Großen Wert legen die Seidels auch auf regionale Produkte. Das Mehl stammt aus dem Leißniger Land und wird von der Handwerksmühle Polkenberg in Bockelwitz gemahlen. "Wir sehen quasi unser Getreide wachsen, wenn wir durch die Gegend fahren", schmunzelt die Slow-Bakerin. Frische, die man schmeckt: "Slow-Baking-Produkte sind denen aus Fertigbackmischung im Geschmack weit überlegen", weiß Monika Seidel. "Unsere Brötchen sind auch am zweiten Tag noch frisch." Im Preis liegen die natürlichen Slow-Baking-Produkte übrigens nur minimal höher als herkömmliche Backwaren.


(Quelle: Leipziger Messe)


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